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Frage 1
Welche Gesamtkosten
wird der Bau des Siegbergtunnels verursachen?
Der
Verkehrsentwicklungsplan Siegen-Mitte, der vom
Rat der Stadt Siegen am 22.05.2002 verabschiedet
worden ist, beziffert die rd. 40 Maßnahmen nach
dem damals entwickelten Ökologie-Szenario mit
rd. 47 Mio. €, davon 26 Mio. € für den
Siegbergtunnel. Diese Ansätze sind zu gegebener
Zeit fortzuschreiben.
Frage 2
Wie soll die
Finanzierung des Projektes erfolgen?
Ich gehe davon aus, dass
der Tunnel nach seinem Charakter eine
Landesstraße ist. Entsprechend werde ich
mich dafür einsetzen, dass die Finanzierung
entgegen der bisherigen Beschlusslage gänzlich
vom Land übernommen wird. Meine Gespräche in
Düsseldorf werde ich in diese Richtung führen.
Frage 3
Werden Sie an den
Tunnelplänen festhalten, auch wenn das Land NRW
bei seiner Haltung bleibt, der Tunnel sei keine
Landesstraße?
Ich möchte meinen
Verhandlungen in Düsseldorf, wenn ich zum
Bürgermeister gewählt werde, nicht vorgreifen,
weil es zunächst einmal deutlich zu machen
gilt, dass der Charakter des Tunnels einer
anbaufreien Landesstraße entspricht, die als
Bindeglied zwischen der Freudenberger Straße (L
562) und Marienborner Straße (L719) fungiert.
Frage 4
Wie schätzen Sie die
Situation der Bewohner des Staddteils Hain
hinsichtlich der Lebensqualität ein, falls die
Tunnelpläne realisiert werden sollten?
Im Rahmen des erwähnten
Verkehrsentwicklungsplanes ist für den
Siegbergtunnel hinsichtlich seiner Chancen und
Risiken eine sehr umfangreiche
Umweltverträglichkeitsstudie erarbeitet worden.
Ohne auf Einzelheiten einzugehen, die in der
Studie nachzulesen sind, sehen die Gutachter
keine beachtlichen Beeinträchtigungen der
Wohnqualität. Selbstverständlich müssen die
getroffenen Annahmen in dem bis dato noch nicht
begonnenen Linienbestimmungs- und
Planfeststellungsverfahren überprüft werden.
Frage 5
Beim Bau der
Ortsumgehung Kaan-Marienborn und des
Siegbergtunnels würde ein neues Nadelöhr beim
Verbindungsstück Marienborner Straße entstehen.
Wie wollen Sie das vermeiden bzw. das
entstehende Problem lösen?
Durch die Netzergänzung
des Siegbergtunnel zu einem Tangentenviereck um
die Innenstadt findet im wesentlichen eine
Verkehrsverlagerung von der überlasteten
Frankfurter Straße auf den Siegbergtunnel statt.
Dies ist mit ein Grund für die Notwendigkeit des
Tunnels. Im Bauausschuss am 29.04.2002 ist
festgestellt worden, dass in dem beschlossenen
Ökologie-Szenario die Belastung der Marienborner
Straße unter den heutigen Tageswerten liegen
wird. Insoweit kann nicht von einem Nadelöhr
gesprochen werden, zumal es möglich ist, über
einen Kreisverkehr einen kontinuierlichen
Verkehrsfluss sicherzustellen und damit Abgase
infolge eines ampelgeregelten Verkehrs zu
vermeiden.
Allerdings ist auch in
diesem Punkte festzuhalten, dass im Zuge des
späteren Planfeststellungsverfahrens die dann
aktuelle Entwicklung des motorisierten
Individualverkehrs Gegenstand der Planung sein
muss.
Frage 6
Gibt es aus Ihrer
Sicht verkehrspolitische Alternativen zum
Siegbergtunnel?
Welche sind das
konkret und wie werden Sie sich dafür
einsetzen?
Aus meiner Sicht wird
der Individualverkehr uns auch weiterhin als die
Hauptfragestellung bei unserer Verkehrspolitik
begleiten. Vor dem Hintergrund Feinstaub,
Kfz-Kostenentwicklung und Begrenztheit unseres
Verkehrsnetzes wird sich unsere Verkehrspolitik
erneut wieder auf den ÖPNV und den Umweltverbund
besinnen müssen.
Dies kann aber nicht
darüberhinweg täuschen, dass die Netzstruktur in
Siegen-Mitte unzureichend ist, da z.B. der
Straßenzug Hohler Weg - Hainer Hütte die
Funktion einer nördlichen Tangente der
Innenstadt nicht übernehmen kann. Insoweit sehe
ich als Alternative zum Tunnel auch keine
oberirdische Lösung, wie sie in den 70er Jahren
mit der Siegberghang-Straße entwickelt und
gottlob politisch verworfen wurde.
Ich will andererseits
feststellen, dass ich für Gespräche über
Alternativvorstellungen jederzeit offen bin und
in meine weiteren Überlegungen gerne einbeziehen
werde.
Soweit meine Stellungnahme zu Ihren Fragen.
Ich gehe bei meiner
Grundeinstellung davon aus, dass wir nur
gemeinsam mit den Menschen -und im soweit als
möglich darstellbaren Konsens- die
Herausforderungen unserer Zukunft überhaupt
gestalten und die anstehenden Fragen beantworten
und meistern können. Deshalb lautet auch mein
Wahlkampfmotto "Gemeinsam handeln."
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